Bundesministerin erörtert Stand der Kenntnisse zum Insektenschutz




Symbolbild

Klöckner: „Wir müssen Zielkonflikte lösen und die Debatten versachlichen – ohne Scheuklappen.“

 

Die Rolle der Landwirtschaft und des Umweltschutzes beim Insektenschutz hat Bundesministerin Julia Klöckner mit Vertretern aus Umweltverbänden, Landwirtschaft und Forschung bei einem Runden Tisch diskutiert.

 

Bundesministerin Julia Klöckner: „Die Landwirtschaft braucht einen intakten Insektenbestand, und Insekten brauchen eine intakte Landwirtschaft. Das ist eine Symbiose, die mich umtreibt und die wir ohne Scheuklappen gemeinsam fördern können. Denn wir wissen um den Rückgang von Insekten, der wahrscheinlich flächendeckend ist. Wir wissen auch, dass unsere Datenbasis ausbaufähig ist, da das bisherige Monitoring nur sehr punktuell funktioniert. Das Schwinden der Insekten hat aber viele Ursachen: Verlust von Habitaten und Nahrungsangebot, Klimaveränderungen, fehlende oder unterbrochene Strukturen in der Agrarlandschaft, der Einsatz konkurrenzfähiger Sorten, Pflanzenschutzmittel oder auch Lichtverschmutzung. Einseitige Schuldzuweisungen, die sich nur an Landwirte richten, führen uns angesichts der Fülle von Ursachen nicht weiter. Ich halte es für wichtig, dass wir nicht nur einen Verursacher rausstellen, oder dass Schuldzuweisungen nicht reflexartig  abgewälzt werden. Daher begrüße ich die konstruktive Diskussion mit allen Beteiligten. Gemeinsam analysieren wir den Ist- Zustand und suchen nach Lösungen. Mein Ministerium hat zum Schutz der Insekten und zum Erhalt ihrer Lebensräume bereits dafür gesorgt, dass Fruchtfolgen auf Äckern wieder vielfältiger werden. Wir fördern den Erhalt von Hecken, Feldrainen und Blühstreifen. Wir haben die Initiative zum Aufbau des „Monitorings der landwirtschaftlichen biologischen Vielfalt“ angeschoben. Über das Greening in der Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik sorgen wir für ökologische Vorrangflächen. Meine nationale Ackerbaustrategie, die bis Mitte des Jahres vorliegen wird, verbindet Biodiversität, gesunde Böden und ermöglicht den Landwirten ökonomisch tragfähigen Pflanzenanbau. Mehr noch: Das Eckpunktepapier für unser Aktionsprogramm Insektenschutz haben wir im vergangenen Sommer im Kabinett abgestimmt. Und mit dem Verbot von einigen Neonikotinoiden und meiner Minderungsstrategie für Glyphosat werden wir die mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verbundenen Risiken für Insekten reduzieren. Zusätzlich hat mein Ministerium allein im vergangenen Jahr rund sechs Millionen Euro für die Forschung zum Insektenschutz bereitgestellt und eine umfassende Initiative zum Aufbau eines Monitorings der landwirtschaftlichen biologischen Vielfalt gestartet. Wir tragen also dazu bei, dass in Zeiten der Pauschalisierung zielgenaue und exakte Lösungen gefunden werden.“

 

Hintergrund:

Die Ergebnisse des Gespräches werden in den kommenden Wochen ausgewertet. Im Anschluss daran haben die Beteiligten Gelegenheit zur Kommentierung. In einer weiteren Sitzung werden die Maßnahmenvorschläge dann endgültig abgestimmt. Ziel ist es, das „Aktionsprogramm Insektenschutz“ der Bundesregierung aktiv und konstruktiv zu begleiten. Des Weiteren plant das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Lauf des Jahres eine Veranstaltung zum Thema Insektenschutz, bei der der Austausch mit der breiten Öffentlichkeit im Mittelpunkt steht.




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